Laura Schieret stellt sich den Fragen zum Thema Inklusion

Laura Schieritz,Kandidatin der Freien Demokraten zur Bundestagswahl im Wahlkreis 57 Uckermark – Barnim I

Sehr geehrte Frau Wolfram,

vielen Dank für Ihre Mail. Gerne beantworte ich Ihren Fragen.

Ich bin Kandidatin der Freien Demokraten zur Bundestagswahl im Wahlkreis 57 Uckermark – Barnim I.

1 Wie wichtig ist Ihnen das Thema Inklusion?
Mir ist Inklusion sehr wichtig, da ich möchte, dass jeder Mensch in unserer Gesellschaft akzeptiert wird und an ihr teilhaben kann. Es geht bei der Inklusion also um grundlegende Bürgerrechte. Gerade auch als Studentin des Lehramtes beschäftige ich mich im Studium und in Praktika intensiv mit dem Thema Inklusion im schulischen Kontext.

2 Mit der UN-Behindertenrechtskonvention ist ein großer Schritt nach vorn getan worden. Was wollen Sie, bzw. Ihre Partei dafür tun sie umzusetzen?
Wir müssen eine inklusive und in jeder Hinsicht barrierefreie Gesellschaft gestalten, um ein grundlegendes Menschenrecht zu verwirklichen. Inklusion spielt natürlich auch vor allem im Bereich Bildung eine entscheidene Rolle. Auch in die politische Debatte müssen wir jeden Menschen einbinden. Deshalb veröffentlichen die Freien Demokraten ihr Wahlprogramm auch in leichter und einfacher Sprache sowie als Hörversion.

3 (Es gibt 1 Milliarde Menschen mit Behinderungen, ca. 15 % der Weltbevölkerung, und in Deutschland leben etwa 10,2 Millionen Menschen mit einer Behinderung, diese Gruppe kann man eigentlich nicht als Minderheit bezeichnen.) Warum werden die Probleme dieser Menschen aus Ihrer Sicht als Randthema behandelt?
Viele dieser Menschen können bereits heute am alltäglichen Leben sehr gut teilnehmen, werden akzeptiert und gefördert. Ich verwehre mich dagegen, einen Menschen, nur weil er eine attestierte Behinderung hat, als “anders” oder “unnormal” zu bezeichnen. Wir müssen dahin kommen, dass es vollkommen unerheblich ist, welche Behinderungen ein Mensch hat. Das geht über eine Politik, welche jedem die gleichen Startchancen bietet.

4 Welche Gruppen von Menschen in unserem Land gehören noch dazu, wenn wir uns mit dem Thema der Inklusion beschäftigen?
Inklusion kann jeden von uns betreffen, da jeder Mensch anders ist, also auch andere Probleme und Bedürfnisse hat. Gerade das Thema Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Behinderungen relevant, sondern wird für viele Menschen spätestens im Alter relevant. Deshalb setze ich mich für eine barrierefreie Gesellschaft in jeglicher Hinsicht ein.

5 Warum werden wahlberechtigte Menschen von der Wahl ausgeschlossen. (https://www.tagesschau.de/inland/btw17/wahl-behinderung-101.html) Warum ändert sich hier nichts?
Nur Menschen, denen für alle Angelegenheiten Ihres persönlichen Lebens eine Betreuungsperson zur Seite gestellt wird, dürfen nicht an Wahlen teilnehmen. Das ist meiner Meinung nach auch richtig, da das Wahlrecht ja dann auch die Betreuungsperson übernehmen dürfte. Das widerspricht aber dem Wahlgrundsatz der gleichen Wahl nach dem Grundgesetz, Artikel 38.

6 Wie sieht die derzeitige aktuelle Situation bezüglich der schulischen Inklusion aus und wofür setzt sich Ihre Partei ein, bzw. wofür stehen Sie?
In Brandenburg können wir sehen, wie man Inklusion grundlegend falsch machen kann. Die rot-rote Landesregierung hat nämlich einfach einen Großteil der Förderschulen geschlossen und die Schülerinnen und Schüler in Regelschulen gesteckt. Das Lehrpersonal dort ist nicht spezifisch ausgebildet und an Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen mangelt es. Ich finde, dass immer das Wohl des Kindes im Mittelpunkt stehen sollte. Also sollten die Eltern entscheiden dürfen, ob ihr Kind eine Förderschule oder eine Regelschule besucht. Zudem darf es nicht sein, dass Schülerinnen und Schüler auf Förderschulen keinen Schulabschluss erreichen können. Das muss sich ändern. Darüberhinaus brauchen wir mehr Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen und mehr sonderpädagogische Ausbildungsinhalte für alle Lehramtsstudiengänge.

7 Was kostet die Inklusion?
Vermutlich mehr Zeit und Geduld als Geld. Gerade deswegen sollten wir uns nicht scheuen, die Inklusion in unserer Gesellschaft voranzutreiben.

8 Welchen Nutzen bringt die Inklusion?
Durch Inklusion werden grundlegende Teilhaberechte verwirklicht.

9 Was spricht gegen Inklusion?
Gegen die Inklusion an sich spricht nichts. Es spricht aber sehr viel gegen eine stümperhafte Umsetzung von Inklusion, weil den Betroffenen so mehr geschadet als genützt wird. Wir brauchen also ein gutes und planvolles Vorgehen bei inklusiven Projekten.

10 Welches inklusive Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen oder wofür setzen Sie sich besonders ein?
Als angehende Lehrerin beschäftigt mich vor allem die Inklusion im schulischen Kontext. Ich möchte mitwirken, Schulen inklusiv zu gestalten, damit jeder die besten Startchancen für ein gutes Leben bekommt.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Laura Schieritz

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